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Von Robert Gillinger
Ich liebe das Abendland. Leider ist zu befürchten, dass es uns wie dem Morgenland ergeht - von der Spitze ins Abseits gedrängt. Und rennen auch noch sehenden Auges ins Unglück. Italien etwa, ohnehin bereits ein Superschuldner unter den Euro-Staaten, legt schon wieder ein neues Stützungs-Paket auf. Bitte jetzt nicht lachen: Da gibts etwa 1000 Euro als Zuschuss für den Kauf einer Küche. Wieder so sinnlose Einmalmassnahmen die Nüsse bringen - wer sich heute eine Küche statt morgen kauft, kauft sie dafür morgen nicht. Trotzdem fordern etliche Gruppen schon eine Ausweitung des Programms (in Österreich wärs genauso). Wir Abendländer haben leider allesamt nicht verstanden, dass wir all diese Stützungen auch mal bezahlen müssen - die Politik schenkt uns nichts, sie bürdet auf.
Diese Kopf-in-den-Sand-Taktik hat jetzt leider auch den von mir an sich sehr hoch geschätzten Ifo-Chef Hans-Werner Sinn erwischt. Focus Online gab er ein Interview, in dem er fordert, dass im Falle Griechenlands der IWF die geeignetste Instanz wäre, die finanzielle Schieflage des Euro-Landes wieder in den Griff zu bekommen. Mir geht es jetzt nicht mal um irgendwelche ideologischen Vorbehalte gegen den IWF, aber sehr geehrter Hr. Sinn, die folgende Begründung finde ich fast schon schamlos: Harte Sparauflagen würden in Griechenland auf Dauer zu Protesten führen. Daher: "Es ist besser, wenn sich der Zorn gegen den IWF richtet als gegen uns." - Sorry, so geht Europa unter. Aus dem Börse Express vom 19. März 2010 gill WIE GUT ERKENNEN SIE DIE AKTIENCHARTS? A: Chartcontest AT D: Chartcontest DE US: Chartcontest US |